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Branchen­zuschläge und Flexibilität

Warum haben sich so viele Unternehmen in Deutschland und ganz Europa dafür entschieden, Zeitarbeitskräfte einzusetzen? Was war der ursprüngliche Grund? Auf diese Fragen erhalten wir in unseren Seminaren und Coachings zu 95 % die Antwort: „Aus Gründen der Flexibilität!“

Das entspricht im Übrigen auch meinen eigenen beruflichen Erfahrungen aus fast 13 Jahren Zeitarbeit. Selten hört man auf diese Frage die Antwort: aus Kostengründen bzw. um Geld zu sparen! Natürlich ist auch das eines der grundlegenden Kaufmotive. Der Einsatz von Zeitarbeit ist in vielen Fällen deutlich preiswerter als eine vergleichbare Festanstellung. Doch die Hauptgründe die für die Zeitarbeit sprechen sind andere – und das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Denn im Begriff der Flexibilität stecken weitere Potenziale, die dem Kunden entweder Kosten einsparen oder sogar mehr Umsatz und damit Gewinn einbringen. Zeit also, das Ganze einmal näher zu betrachten.

Was verbirgt sich alles hinter dem Begriff der Flexibilität? Nur einige Beispiele:

Der Klassiker
Zeitarbeit wird in vielen Fällen genutzt, um die klassischen Urlaubs- und Krankheitsvertretungen abzudecken. Die Unternehmen besetzen somit wichtige Stellen und sorgen dafür dass die Produktion, die Stabsstelle, die Baustelle oder was auch immer, weiterhin produktiv bleibt. Dies stellt am Ende sicher, dass die Kunden unserer Kunden ohne Ausfallzeiten zufriedengestellt werden und sorgt somit für eine Sicherung der Umsätze und Einnahmen.

Auftragsspitzen
Durch den Einsatz von Zeitarbeit sind die Kundenbetriebe in der Lage, kurzfristige Auftragsspitzen oder zusätzliches Neugeschäft abzudecken, und zwar schnell, unbürokratisch und ohne ein Arbeitgeberrisiko. Auch das führt am Ende zu steigenden Einnahmen und damit mehr Gewinn.

Austauschmöglichkeit
Die Möglichkeit schnell zu reagieren, ist in vielen Fällen bares Geld wert. Der Austausch von Mitarbeitern, aus welchen Gründen auch immer, ist in der Regel nicht mit zusätzlichen Kosten für die Unternehmen verbunden, bedeutet aber auch hier, bares Geld. Denn die Qualität der Produkte, der Dienstleistung oder des Gewerkes steht im Vordergrund und sichert somit die Marktposition und Lieferfähigkeit der Unternehmen.

Zeitarbeit als Krisenschutz und Schutz der Stammbelegschaft
Mein letztes Beispiel ist in Euro wohl am schwierigsten zu berechnen. Schade, denn es würde am besten verdeutlichen welche Einsparpotentiale die Zeitarbeit bietet. Gerade in der Krise 2008/2009 haben etliche Unternehmen nur deshalb gesund überlebt, weil sie mehr oder weniger von einem Tag auf den anderen ihre Kosten deutlich senken konnten und gleichzeitig nicht gezwungen waren, ihr Stammpersonal zu entlassen. Letzteres ist ohnehin ein extrem teures Unterfangen, vom Know-how Verlust mal ganz abgesehen.

Diese vier Beispiele machen deutlich, welche Einspar- bzw. Gewinnpotentiale im Begriff der Flexibilität stecken. Es geht also nicht ausschließlich um den Verrechnungssatz, im Gegenteil. Das eigentliche Potential, die eigentliche Kraft der Branche steckt in der Flexibilität.

Und nun die gute Nachricht: Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern, Branchenzuschläge hin oder her. Lediglich der Preis für Flexibilität wird etwas höher ausfallen, und das ist auch völlig in Ordnung so! Denn die bessere Bezahlung der Mitarbeiter bringt weitere Vorteile mit sich. Viele Unternehmen in Deutschland haben das längst erkannt und bereits vor Jahren im Rahmen von internen Betriebsvereinbarungen auf Equal-Pay-Varianten umgestellt. Hier könnte man zahlreiche Beispiele nennen, Firmen die wir alle kennen. Die Ergebnisse sind durch die Bank vergleichbar:

  • motivierte Mitarbeiter
  • gleichgestellte Mitarbeiter
  • gesteigerte Wertschätzung der Mitarbeiter
  • höhere Produktivität
  • dadurch bessere Arbeitsleistungen und weniger Ausfallzeiten
  • attraktive Einsatzbetriebe ohne Probleme in der Mitarbeitergewinnung
  • deutlicher Imagegewinn

All dies führt am Ende nochmals zu einer Gewinnsteigerung, trotz etwas höherer Stundenlöhne für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Alle Unternehmen, die in den kommenden Jahren diesen Trend erkennen und akzeptieren werden, sind aus meiner Sicht auf dem richtigen Weg. Das wichtigste Gut eines Unternehmen sind die Mitarbeiter. Und Angebot und Nachfrage regeln den Preis.

Auch Zeitarbeitskräfte werden sich in Zukunft ganz genau überlegen, bei wem sie unterschreiben und bei wem sie arbeiten wollen. Sicherlich nicht bei den Unternehmen, die heute schon überlegen wie man die Branchenzuschläge wohl am cleversten umgeht.

Ich kann von daher nur empfehlen, die entscheidende Frage zu stellen: „Was waren die ursprünglichen Gründe für den Einsatz für Zeitarbeit?“

Ich glaube, ich kenne die Antwort!

Markus Brandl
Geschäftsführer
Truchseß und Brandl Vertriebsberatung

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