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Die Generation Y – why not!?

Wenn man so manchem Personalverwantwortlichen Glauben schenken mag, hat die junge Generation von Auszubildenden und Studienabgängern die Lust an der Arbeit verloren. Düster sind die Szenarien, die bisweilen ausgemalt werden. Von einem Verlust an Respekt und fehlender Leistungsbereitschaft ist die Rede, wenn es um „die Jugend“ geht.

„Die Jugend“ – das ist die Generation Y, jene Generation, die in den 80er und 90er Jahren das Licht der Welt erblickt hat. Die unter anderen Voraussetzungen und mit anderen Werten erzogen wurde als die ihrer Eltern. Und die jetzt Ansprüche und Forderungen an ihr Berufsleben stellt, die so manch altgedienter Führungskraft Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Denn mit der Vorstellung eines tradierten Erwerbslebens gehen die Millennials nicht konform.

Was ist der Generation Y also wichtig, wofür steht sie? Nicht umsonst trägt eine aktuelle Studie des Talent Relation Dienstleisters embrace (arvato Medienfabrik), den Titel „Karriere trifft Sinn“. Im Rahmen der Untersuchung wurden über 3.500 karriereorientierte Studenten zu ihren Anforderungen an das Berufsleben befragt. Das Ergebnis: Unternehmen müssen sich auf einen radikalen Wandel einstellen. Dieser betrifft sowohl die Wertvorstellungen der jungen Fach- und Führungskräfte hinsichtlich Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit als auch das Verhältnis von Arbeit und Freizeit.

95 Prozent der Studienteilnehmer ist es beispielsweise wichtig, Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen, vier Fünftel der Befragten wünschen sich, die Arbeitszeit der persönlichen Situation entsprechend flexibel gestalten zu können. Über die Hälfte (57%) erwarten sogar, ihre Arbeitszeit explizit frei einteilen zu können. Hinzu kommt: Die Generation Y will nicht 50 bis 60 Stunden arbeiten und ständig für den Job erreichbar sein. „Dieser Trend betrifft nicht nur die Berufseinsteiger, sondern im erheblichen Maße auch diejenigen, die bereits seit Jahren im Arbeitsprozess stehen“, sagt Prof. Dr. Christoph Beck von der Hochschule Koblenz, der die Studie wissenschaftlich begleitet hat.

Ethik und Moral, so die weiteren Ergebnisse der Studie, sind „den Jungen“ wichtiger als das Gehalt. Die Zeiten, in denen das Gehalt noch die wichtigste Entscheidungsgrundlage für oder gegen einen Arbeitspatz war, sind passé. Ein gutes Gehalt zählt zur erwarteten Grundausstattung eines Arbeitsplatzes, mit 85% stehen ethisches Verhalten, Gleichberechtigung und Gleichstellung jedoch weiter oben im Ranking als bloße monetäre Anreize.

Die Ergebnisse dieser und weiterer Studien, begleitet vom demografischen Wandel und den in einzelnen Bereichen und Regionen vorhandenen Mangel an Fachkräften sowie zahlreiche Erfahrungen aus Interviews und Gesprächen mit Ypsilonern und Personalern machen deutlich: Unternehmen müssen sich dem Wandel stellen und den Anforderungen mit neuen Ansätzen begegnen. Dies betrifft nicht nur eine Überprüfung und Neuausrichtung bestehender Arbeitsmodelle und Arbeitsbedingungen, sondern auch die grundlegende Strategie der Personalauswahl.

Die fachliche Kompetenz von Mitarbeitern wird auf Dauer nicht mehr das alleinige Einstellungskriterium sein. Werte und Motivationen von (potenziellen) Mitarbeitern werden in Zukunft Treiber sein, die über Erfolg und Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens entscheiden.

Welche Wege müssen Ihrer Meinung nach Unternehmen bestreiten, wo müssen sich Betriebe ändern, was müssen Führungskräfte und Personaler Ihrer Meinung nach lernen, um mit der Generation Y gut zusammenarbeiten zu können?

 

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